Lungenfibrose-Verlauf: Dramatische Mortalität – Ein Weckruf für die Patientenversorgung.

Die Diagnose Lungenfibrose ist für Patient:innen und Behandelnde oft ein Schock: Als gemeinsames Merkmal vieler interstitieller Lungenerkrankungen (ILD) nimmt sie häufig einen progredient fibrosierenden Verlauf, der die Lungenfunktion zunehmend einschränkt.1 Bei idiopathischer Lungenfibrose (IPF) und progredienter pulmonaler Fibrose (PPF) geht dies mit einer alarmierend hohen Mortalität einher.1,2 Diese Realität verpflichtet zum entschlossenen Handeln. Frühzeitige, differenzierte Diagnostik und eine leitliniengerechte Versorgung nach aktueller Evidenz sind unerlässlich. Denn hinter jeder Statistik stehen Menschen, deren Leben und Lebensqualität auf dem Spiel stehen.

Manfred hat den Kampf mit seiner Erkrankung aufgenommen

Die hohe Mortalität bei progredienter Lungenfibrose ist eine erschütternde Tatsache.1,2 Unbehandelt schreitet der fibrotische Umbau des Lungengewebes voran, die Sauerstoffaufnahme nimmt ab und das Risiko für einen frühen Tod steigt.1 Diese fortschreitende Verschlechterung beeinflusst die körperliche Leistungsfähigkeit ebenso wie die psychische Stabilität der Betroffenen und ihrer Familien. Für Betroffene, wie Manfred heißt das: Es ist wichtig, die Erkrankung früh zu erkennen, konsequent zu therapieren und interdisziplinär zu begleiten.3

2-Minuten-Check: Ihr Lungenfibrose-Wissen auf dem Prüfstand

Wie hoch ist typischerweise das mediane Überleben bei IPF?

 
3 – 5 Jahre
Martinez FJ et al., Nat Rev Dis Primers. 2017;3:17074. | Vancheri C et al. Eur Respir J. 2010;35:496–504.

Welcher FVC-Abfall erfüllt ein PPF-Kriterium innerhalb von 24 Monaten?

 
 
 
≥10 % absolut oder 5 % in Kombination mit weiteren Parametern wie klinischer und/ oder radiologischer Verschlechterung
Behr J et al., Pneumologie 2023;77(02):94–119.

Wie hoch ist die Mortalität bei einer akuten ILD-Exazerbation?

 
 
 
Dramatische Erhöhung der Mortalität innerhalb weniger Wochen – mit Sterblichkeitsraten von bis zu 50 % im Krankenhaus.
Song JW et al., Eur Respir J. 2011;37(2):356–363.

Was sind die häufigsten Fehldiagnosen bei Lungenfibrose zu Beginn?

 
 
COPD, außerdem Herzinsuffizienz oder Asthma
Cosgrove GP et al., BMC Pulm Med. 2018; 18:9.

Wann ist ein ILD-Board indiziert?

 
 
Bei Verdacht auf ILD und im Verlauf einer ILD zur Beurteilung des Krankheitsverlaufs
Kreuter M et al., Pneumologie 2023;77(05):269–302.

DGP 2026: Wie können wir die Versorgung verbessern?

Die optimale Versorgung von Lungenfibrose-Patient:innen ist eine komplexe Aufgabe, die im Praxisalltag immer wieder neue Hürden bereithält. Ihre Expertise ist dabei entscheidend! Wir möchten erfahren, worin Sie den größten Handlungsbedarf sehen.

Treffen Sie uns auf dem DGP-Kongress in München vom 18. bis 21. März 2026 an unserem Stand F.37 (Nähe Bistro), um die Herausforderungen bei Lungenfibrose gemeinsam zu diskutieren und konkrete Lösungsansätze zu finden, die zu Ihren Praxisbedingungen passen.

Wo sehen Sie aktuell die größte Hürde in der Versorgung von Lungenfibrose-Patient:innen? A) Die Diagnose ist komplex und erfolgt oft spät B) Der Zugang zu ILD-Boards ist eingeschränkt C) Unsicherheit bezüglich des optimalen Zeitpunkts für den Therapiestart D) Mangel an effektiven Therapien mit weniger Nebenwirkungen
Fortbildung DGP-Highlights

Sie können nicht am DGP-Kongress 2026 teilnehmen oder möchten im Anschluss an Ihre Teilnahme Ihre Erinnerungen auffrischen?

Wie in den vergangenen Jahren fassen wir zeitnah nach Ende des Kongresses die Highlights in einer Mediakademie-Fortbildung für Sie zusammen – kompakt, online, CME-zertifiziert und jederzeit abrufbar. Es erwarten Sie:
 

  • Überblick über die aktuellen Erkenntnisse des DGP-Kongresses 2026 zu Asthma, COPD, pulmonalen Infektionen und ILDs

  • Einordnung der neuen wissenschaftlichen Daten und deren Relevanz für den Praxis- und Klinikalltag

  • Ausblick auf zukünftige Entwicklungen und Trends in der Pneumologie

Fakten, die Handeln erfordern – Krankheitsverlauf und Prognose bei Lungenfibrose

Warum ist bei Lungenfibrose keine Zeit zu verlieren? Die Prognose und der typische Krankheitsverlauf liefern klare Antworten. 

Das mediane Überleben: Eine ernste Realität

  • Idiopathische Lungenfibrose (IPF): Die mediane Überlebenszeit nach der Diagnose beträgt 3 bis 5 Jahre. Damit ist die Prognose ernster als bei vielen Krebserkrankungen.2,4
  • Progrediente Lungenfibrose (PPF): Hier variiert das Sterblichkeitsrisiko je nach zugrundeliegender Erkrankung. Die mediane Überlebenszeit bei Patient:innen mit rheumatoider Arthritis und einer Lungenbeteiligung (RA-ILD) liegt bei 3 bis 7 Jahren, bei systemischer Sklerose-assoziierter ILD (SSc-ILD) bei 4 bis 6 Jahren.5,6,7,8 RA-ILD-Patient:innen haben ein 3-fach höheres Sterberisiko.9,10 Mehr als ein Drittel der SSc-bedingten Todesfälle sind auf ILD zurückzuführen, was dies zur häufigsten Todesursache für diese Patient:innen macht.11,12,13,14,15,16

Diese Faktoren können die Mortalität beeinflussen

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HRCT-Aufnahme, idiopathische Lungenfibrose

Das Ausmaß der Fibrose, gemessen durch HRCT, ist ein starker, unabhängiger Prädiktor für die Mortalität sowohl bei IPF als auch bei PPF.

HRCT-Bild mit freundlicher Genehmigung von Priv.-Doz. Dr. Hilmar Kühl

10 % FVC-Verlust = 3,2-fach höheres Sterberisiko

Die Lungenfunktion, gemessen als forcierte Vitalkapazität (FVC), ist einer der wichtigsten Indikatoren für den Krankheitsverlauf. Ein fortschreitender Verlust der FVC steht in direktem Zusammenhang mit einer erhöhten Sterblichkeit.17

Hospitalisierung aufgrund einer akuten Exazerbation

Eine akute Exazerbation ist eine plötzliche, dramatische Verschlechterung der Symptome, die oft eine Krankenhauseinweisung erfordert und die Prognose erheblich verschlechtert. Nach einer solchen Krise überlebt nur etwa die Hälfte der IPF-Patient:innen.18 Bei PPF liegt die Mortalität nach einer akuten Exazerbation bei 33 bis 83 %.19 Im Vergleich dazu liegt die Krankenhausmortalität bei einer akuten Exazerbation im Kontext einer COPD bei 11–24 %.20 Das Management dieses Risikos ist daher ein zentraler Bestandteil der Therapie. 

Diese Fakten zeichnen ein unmissverständliches Bild. Eine progrediente Lungenfibrose ist schwerwiegend und muss so schnell wie möglich erkannt werden. Die Herausforderung: unspezifische Frühsymptome wie Atemnot oder trockener Husten werden häufig als Anzeichen verbreiteterer Erkrankungen wie COPD oder Herzinsuffizienz fehlgedeutet.21 Außerdem können Begleiterkrankungen die genaue und zeitnahe Diagnose erschweren.22, 23

Jeder Monat, der dadurch verloren geht, ist ein Monat, in dem die Fibrosierung fortschreiten kann und wertvolle Lungenfunktion unwiederbringlich zerstört. Für die Betroffenen bedeutet dies nicht nur eine körperliche, sondern eine immense psychosoziale Last: die Ungewissheit und die Konfrontation mit einer lebenslimitierenden Prognose.1

Manfred erzählt von seinem langen Weg zur Diagnose

Frühe Lungenfibrose-Diagnose als Schlüssel – wer, wann, wie im Team? 

Zusammenarbeit im interdisziplinären Team

ILDs sind komplex und ihre frühzeitige, korrekte Diagnose ist entscheidend für die Prognose.24 Aufgrund der heterogenen Krankheitsbilder ist ein isolierter Fachbereich oft nicht ausreichend. Die aktuelle S1-Leitlinie unterstreicht daher die zentrale Bedeutung der interdisziplinären Zusammenarbeit.25

Eine umfassende Anamnese, idealerweise bereits in der hausärztlichen Praxis erhoben, ist ein entscheidender erster Schritt. Gemäß der Diagnostikleitlinie gilt es bei ILDs, mittels Erhebung der Berufsanamnese durch Arbeitseinflüsse verursachte Krankheitsbilder zu erkennen. Dies dient nicht nur dazu, potenziell vermeidbare und ärztlicherseits anzeigepflichtige Berufskrankheiten aufzudecken, sondern auch, um weitere schädliche Expositionen zu eliminieren. Mögliche Expositionen gegenüber Lungenfibrose-auslösenden Substanzen wie Asbest (Asbest-induzierte Lungenfibrose) oder Quarzstaub (Silikose) erfordern eine spezifische Abklärung. Diese Informationen bilden eine wichtige Grundlage für die weitere spezialisierte Diagnostik und die Diskussion im interdisziplinären Team.25

Das Prinzip: ILD-Board als Goldstandard

Die multidisziplinäre Diskussion (MDD), idealerweise im ILD-Board, ist der leitliniengerechte Goldstandard in der Diagnostik.25 Hier werden alle klinischen, radiologischen und ggf. histopathologischen Befunde systematisch zusammengeführt, um eine gesicherte Diagnose zu stellen und die weitere Strategie festzulegen.

Die wichtigsten Fachbereiche im ILD-Board25

Pneumologie: Führt die klinische Bewertung durch, bringt die Anamnese ein und steuert den diagnostischen Prozess.

Radiologie: Ist verantwortlich für die Interpretation der hochauflösenden Computertomografie (HRCT), die als Goldstandard für die ILD-Diagnose gilt.

Rheumatologie: Spielt eine entscheidende Rolle bei der Abklärung, ob eine rheumatische Systemerkrankung die Ursache der ILD ist.

Je nach Befundlage wird das Kernteam durch weitere Expertisen ergänzt (z. B. Pathologie). Im Zusammenspiel dieser Disziplinen entstehen präzise Diagnosen und tragfähige Therapieentscheidungen.14

Unser Tipp für Sie: De Zeeuw, Schäfer und die Hürden und Chancen bei ILD-Boards

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Leitlinien-Navigator – Handlungsempfehlungen für die Praxis 

Leitlinien sind das Fundament der evidenzbasierten Medizin, doch ihre Anwendung im häufig dicht getakteten Praxisalltag kann herausfordernd sein. Der Leitlinien-Navigator wurde entwickelt, um die wichtigsten Empfehlungen zu ILDs für Sie aufzubereiten.
Er übersetzt die Empfehlungen der ERS/EULAR-Leitlinie zu CTD-ILDs, der S2K-Diagnostikleitlinie bei IPF, der S1-Diagnostikleitlinie bei ILDs sowie der S2K-Therapieleitlinie bei IPF und PPF  in vier interaktive, praxisorientierte Module. Ziel ist es, Ihnen schnell und strukturiert zu helfen, das individuelle Risiko Ihrer Patient:innen besser einzuschätzen, eine Progression frühzeitig zu erkennen und die nächsten Schritte gezielt zu planen. Jedes Modul führt Sie in wenigen Minuten durch die entscheidenden Kriterien und liefert Ihnen eine zusammenfassende Handlungsempfehlung.

ILD-Leitlinien-Navigator zu: ILD-Screening bei CTD und RA, IPF-Diagnose, Monitoring von ILDs, PPF-Kriterien-CHeck (Nachweis einer Progredienz)

ILD-Screening bei
CTD und RA

Empfehlungen der ERS/EULAR- Leitlinie zu CTD-ILDs

Jetzt starten

IPF-Diagnose

Empfehlungen der nationalen S2K-Leitlinie zu IPF

Jetzt starten

Monitoring
von ILDs

Empfehlungen der ERS/EULAR- Leitlinie und der S1-ILD-Diagnostikleitlinie

Jetzt starten

PPF-Kriterien-Check
(Nachweis einer
Progredienz)

Empfehlungen der S2K-Therapieleitlinie bei IPF und PPF

Jetzt starten
  • Screening
  • IPF-Diagnose
  • Monitoring
  • PPF-Nachweis

ILD-Screening bei CTD und RA

Empfehlungen der ERS/EULAR-Leitlinie zu CTD-ILDs

Da Patient:innen mit Bindegewebserkrankungen (CTD) eine ILD entwickeln können, ist ein frühzeitiges Screening entscheidend. Dieses Modul fasst die Empfehlungen der ERS/EULAR-Leitlinie zu CTD-ILDs zusammen.

Systemische Sklerose (SSc)

Alle Patient:innen mit SSc sollten mittels HRCT auf ILD gescreent werden (starke Empfehlung)

Mischkollagenose (MCTD)

Alle Patient:innen mit MCTD sollten mittels HRCT auf ILD gescreent werden (starke Empfehlung)

Idiopathische Inflammatorische Myopathien (IIM)
  • Alle Patient:innen mit IIM sollten mittels HRCT auf ILD gescreent werden (bedingte Empfehlung)
  • Starke Empfehlung: Bei Vorliegen von Risikofaktoren

    IIM-Patient:innen mit diesen Risikofaktoren sollten auf ILD gescreent werden:

    • Höheres Alter
    • Erhöhtes CRP, ESR
    • Vorhandensein von anti-Jo1, anti-MDA-5, anti-Ro52
    • Anti-Synthetase-Syndrom
    • Klinische amyopathische Dermatomyositis
    • Hautbeteiligung (Mechanikerhände, Hautulzera, Heliotrop-Ausschlag)
    • Arthritis/Arthralgie
    Patient:innen mit IIM mittels HRCT auf ILD screenen
Rheumatoide Arthritis (RA)

Liegt einer oder mehrere dieser Risikofaktoren vor?

  • Höheres Alter
  • Männliches Geschlecht
  • Rauchen
  • Erhöhte ESR
  • Vorhandensein von anti-CCP, RF
  • Höhere Gelenkerkrankungsaktivität
Ja

Patient:innen mit RA und Risikofaktoren sollten mittels HRCT auf ILD gescreent werden (bedingte Empfehlung)

Nein

Klinische Kontrolle fortsetzen

Sjögren-Syndrom (SS)

Liegt einer oder mehrere dieser Risikofaktoren vor?

  • Höheres Alter
  • Männliches Geschlecht
  • Erhöhtes CRP
  • Vorhandensein von anti-Ro52
  • Extrapulmonale Beteiligung
Ja

Patient:innen mit Sjögren-Syndrom und Risikofaktoren sollten mittels HRCT auf ILD gescreent werden (bedingte Empfehlung)

Nein

Klinische Kontrolle fortsetzen

Antoniou KM et al., Eur Respir J. 2025; in press: 2500896.
  • Screening
  • IPF-Diagnose
  • Monitoring
  • PPF-Nachweis

IPF-Diagnose

Empfehlungen der nationalen S2K-Leitlinie zu IPF

Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) ist eine fortschreitende Erkrankung ist, bei der eine schnelle und adäquate Diagnosestellung entscheidend ist. Dieses Modul fasst die Empfehlungen der nationalen S2KLeitlinie zur IPF-Diagnostik zusammen.

Zum Diagnose-Algorithmus

Differenzierter IPF-Diagnosealgorithmus nach S2K-Leitlinie



Für die IPF-Diagnose müssen folgende zwei Kriterien erfüllt sein:

  • Ausschluss einer ILD bekannter Ursache und der Nachweis eines UIP-Musters im HRCT oder
  • Ausschluss einer ILD bekannter Ursache und eine spezifische Kombination von HRCT und Histologie
* Alle Empfehlungen zur Kryobiopsie und chirurgischen Lungenbiopsie gelten unter Einhaltung der patientenbezogenen Sicherheit und wenn sowohl die technischen Voraussetzungen als auch die Erfahrung am durchführenden Zentrum gewährleistet sind.
  • Screening
  • IPF-Diagnose
  • Monitoring
  • PPF-Nachweis

Monitoring von ILDs

Empfehlungen der ERS/EULAR-Leitlinie und der S1-ILD-Diagnostikleitlinie

Ein erheblicher Teil von ILDs verläuft progredient. Daher ist ein engmaschiges Monitoring bei ILDs unerlässlich, um den Krankheitsverlauf zu verfolgen und eine Verschlechterung frühzeitig zu erkennen.

Monitoring bei autoimmunen ILDs

Empfehlungen der
ERS/EULAR-Leitlinie

ILD-Monitoring (allgemein)

Empfehlungen der
S1-ILD-Diagnostikleitlinie

Monitoring bei autoimmunen ILDs

Empfehlungen der ERS/EULAR-Leitlinie

Systemische Sklerose assoziierte ILD (SSc-ILD)

Diese Faktoren gehen mit einem erhöhten Progressionsrisiko einher:

• Höheres Alter, männliches Geschlecht
• Afroamerikanische Ethnie
• Erhöhte ESR/CRP
• Positiv auf ATA-I
• Größeres Ausmaß der ILD im HRCT
• Hautbeteiligung (höheres Ausmaß und Progression)

SSc-ILD Monitoring
Rheumatoide Arthritis assoziierte ILD (RA-ILD)

Diese Faktoren gehen mit einem erhöhten Progressionsrisiko einher:

• Höheres Alter bei Krankheitsbeginn
• Männliches Geschlecht
• Anti-CCP Antikörper
• Rheumafaktor
• Niedrige FVC und/oder DLCO bei Baseline
• UIP/wahrscheinliches UIP-Muster
• Größeres Ausmaß der ILD im HRCT
• Stärkere Gelenkbeteiligung

RA-ILD Monitoring
Idiopathische Inflammatorische Myopathien assoziierte ILD (IIM-ILD)

Diese Faktoren gehen mit einem erhöhten Progressionsrisiko einher:

• Erhöhtes Ferritin
• Anti-MDA-5, Anti-Synthetase
• Größeres Ausmaß der ILD und ILD-Muster im HRCT

IIM-ILD Monitoring
Andere Kollagenosen assoziierte ILDs
(z. B. bei Sjögren-Syndrom oder Mischkollagenose)
Andere Kollagenosen ILD Monitoring

Antoniou KM et al., Eur Respir J. 2025; in press: 2500896.

ILD-Monitoring (allgemein)

Empfehlungen der S1-ILD-Diagnostikleitlinie

-> Klinisches und lungenfunktionelles Monitoring bei ILD alle 3–6 Monate*

6 MWT: alle 12 Monate erwägen, HRCT: je nach Verlauf und Risiko, ggf. alle 12–24 Monate erwägen

* bei Patienten mit niedrigem Progressionsrisiko (z. B. milde Erkrankung, langer bestehende ILD) ggf. längerfristige Kontrollen. Erhöhtes Progressionsrisiko: Alter, männliches Geschlecht, eingeschränkte Lungenfunktion (FVC; DLCO) bei Erstdiagnose, radiologisches UIP Muster.

Monitoring-Algorithmus


Kreuter M et al., Pneumologie 2023;77(05):269–302.

  • Screening
  • IPF-Diagnose
  • Monitoring
  • PPF-Nachweis

PPF-Kriterien-Check (Nachweis einer Progredienz)

Empfehlungen der S2K-Therapieleitlinie bei IPF und PPF

Die Entscheidung, ob eine ILD eine progrediente Lungenfibrose (PPF) aufweist, ist wegweisend für die weitere Therapie. Die S2K-Leitlinie definiert hierfür klare, praxisnahe Kriterien.

HRCT-Befund mit mind. 10 % fibrotischen Veränderungen liegt vor

und

Klinische, funktionelle oder röntgen-morphologische Verschlechterung innerhalb eines angemessenen Zeitraums (innerhalb von 24 Monaten)
Ein relativer Abfall der FVC ≥ 10 % v. Soll

oder Nachweis von mindestens zwei der folgenden Kriterien:

  • Zunahme der respiratorischen Symptome
  • Zunahme der Fibrosezeichen im HRCT *
  • Langzeitsauerstofftherapie
  • Relativer FVC-Abfall von ≥ 5 % v. Soll
  • Absoluter Abfall der DLCO um ≥ 15 % v. Soll
  • Akute ILD-Exazerbation mit Hospitalisation
  • Abnahme der Gehstrecke im 6-Minuten-Gehtest um ≥ 50 m oder 20 % und/oder Abnahme der minimalen Sauerstoffsättigung während des 6-Minuten-Gehtests um > 5 % und unter 88 % absolut

Ergebnis

PPF-Kriterien noch nicht erfüllt → Weiterhin engmaschiges Monitoring empfohlen.

Ergebnis

PPF-Kriterien erfüllt → Empfehlung: interdisziplinär validieren (idealerweise im ILD-Board); antifibrotische Therapie erwägen

* Radiologische Fibrosezeichen definiert als: Zunahme von Ausmaß oder Schweregrad von Traktionsbronchi(ol)ektasen | Neu auftretende Milchglasverschattung mit Traktionsbronchiektasen | Neu auftretende feine Retikulationen | Zunahme von Ausmaß oder Deutlichkeit von Retikulationen | Neuauftreten oder Zunahme von Honigwaben | Zunehmender Volumenverlust von Lungenlappen

Behr J et al., Pneumologie 2023;77(02):94–119.

ILD-Leitlinien kompakt zusammengefasst

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Pneumologie

Rheumatologie

Effektivität der aktuellen Lungenfibrose-Therapie

Antifibrotische Therapien sind derzeit die einzigen zugelassenen medikamentösen Optionen, die das Fortschreiten der Fibrose verlangsamen können. Sie reduzieren den jährlichen FVC-Verlust signifikant und senken das Risiko akuter Exazerbationen.3

Weitere Therapieoptionen bei Lungenfibrose:15,16,17,18

  • Sauerstofftherapie bei Hypoxämie zur Verbesserung der Belastbarkeit
  • Pulmonale Rehabilitation zur Stabilisierung der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Lungentransplantation als Option bei fortgeschrittener Erkrankung und geeigneter Patientenselektion
  • Optimiertes Management der Grunderkrankung bei autoimmunassoziierten ILDs


Trotz dieser Möglichkeiten zeigen sich in der Praxis drei zentrale Herausforderungen:

  1. Die späte Diagnosestellung: Wird die Diagnose erst spät gestellt, geht Lungenfunktion verloren, die nicht wieder hergestellt werden kann.13
  2. Therapiemanagement und Nebenwirkungen: Unerwünschte Wirkungen können die Adhärenz gefährden und zu Therapieabbrüchen führen. Ein proaktives Management ist hier unerlässlich.19
  3. Die uneinheitliche Umsetzung der Leitlinien: Fehlendes Monitoring und der verzögerte Einsatz einer adäquaten antifibrotischen Therapie widersprechen der Evidenz und gefährden die Versorgung von Patient:innen mit Lungenfibrose. 

Wie die Versorgung bei Lungenfibrose verbessern? 5 Fragen – 5 Antworten

FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Verlauf der Lungenfibrose

Im Praxisalltag tauchen immer wieder ähnliche Fragen zur Mortalität der Lungenfibrose auf. Hier finden Sie kompakte Antworten, die Sie direkt in der Betreuung Ihrer Patient:innen unterstützen können.

Weil es sich um progrediente, irreversible Erkrankungen handelt, die unbehandelt zu respiratorischem Versagen führen können.1

Direkte Mortalitätsdaten sind limitiert, aber Studien zeigen eine signifikante Reduktion von Progression und Exazerbationen – beides Schlüsselfaktoren für das Überleben.3

Sie ist die einzige potenziell kurative Option, aber nur für ausgewählte Patient:innen geeignet.28

Durch rechtzeitige Therapieeinleitung, Infektionsprophylaxe, Patientenschulung und engmaschiges Monitoring.31,32,33

Wissen vertiefen, Versorgung bei Lungenfibrose optimieren

Die richtigen Informationen sind der Schlüssel, um Patient:innen mit Lungenfibrose optimal zu versorgen. Hier finden Sie alles, was Sie für einen umfassenden Überblick und ein erfolgreiches Therapiemanagement bei Lungenfibrose benötigen.

4 Tipps für bessere Adhärenz
Therapiemanagement in der Praxis
Therapiemanagement in der Praxis
Ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg der Behandlung der Lungenfibrose ist die Adhärenz der Patient:innen.30 Da Nebenwirkungen die Adhärenz gefährden können, erfahren Sie hier, wie ein proaktives Management und Aufklärung von Patient:innen den Therapieerfolg ermöglichen können. 

Fachinformationen zu Lungenfibrose

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Diagnostikleitlinien & Therapiealgorithmen
FÜR PNEUMOLOG:INNEN
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Als Pneumolog:in sind Sie die zentrale Anlaufstelle für die Diagnose und Behandlung von Lungenfibrose. Hier finden Sie relevante Informationen zur frühen Diagnostik und Therapie, um die bestmögliche Versorgung Ihrer ILD-Patient:innen zu gewährleisten.
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Autoimmune ILDs: Screening bei Risikopatient:innen
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Ihre Expertise ist entscheidend! Erfahren Sie, wie Sie Lungenfibrose bei Autoimmun-ILDs frühzeitig erkennen und das Monitoring Ihrer Risikopatient:innen verbessern.
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Früherkennung von Risikopatient:innen
Als erste Anlaufstelle können Sie Leben retten. Lernen Sie, Risikopatient:innen für Lungenfibrose frühzeitig zu erkennen und die Weichen für eine erfolgreiche Behandlung zu stellen.

Leben mit Lungenfibrose – Informationen für Patient:innen und Angehörige

Ein aktives und erfülltes Leben mit Lungenfibrose ist trotz der Erkrankung möglich. Wichtig für Betroffene ist es, den Alltag bewusst zu gestalten und Strategien zu entwickeln, die helfen, mit den Symptomen umzugehen und das Wohlbefinden zu fördern.

Glossar: Fachbegriffe rund um IPF und PPF

Alle aufklappen

Plötzliche, unerklärte Verschlechterung der respiratorischen Symptome und Lungenfunktion bei ILD.

Forcierte Vitalkapazität – zentraler Parameter zur Beurteilung der Lungenfunktion.

Interstitielle Lungenerkrankung im Rahmen systemischer Autoimmunerkrankungen.

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Referenzen
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PC-DE-118551

01/2026

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