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EMPACE®-Studie: Welchen Effekt hat eine frühe vs. späte Initiierung eines SGLT2-Hemmers in der Klinik?

Die aktuellen Leitlinien zur chronischen Herzinsuffizienz empfehlen unabhängig von der LVEF den frühzeitigen Einsatz von SGLT2-Hemmern.1,2 Die retrospektive Kohortenstudie EMPACE® analysierte, wie sich eine solche umgehende Therapieinitiierung im klinischen Alltag auswirkt.3

Studiendesign und Methodik

Insgesamt wurden 99.738 Patientinnen und Patienten mit Klinikaufenthalt aufgrund einer dekompensierten Herzinsuffizienz in drei Kohorten unterteilt. Das Kriterium für die Einteilung war der Zeitpunkt des Medikationsstarts mit einem SGLT2-Hemmer:3,a

  • Kohorte 1: frühe Initiierung (≤ 7 Tage, n = 3.873)
  • Kohorte 2: verzögerte Initiierung (Tag 8–91, n = 3.087)
  • Kohorte 3: späte bzw. ausbleibende Initiierung (> 91 Tage, n = 92.738)

Zu den wichtigsten Endpunkten gehörten die Gesamtmortalität, verschlechterung der Herzinsuffizienz und die Rehospitalisierungsrate.3

Zum Thema: wichtige Begriffe kurz erklärt

Kohortenstudie:
Eine Kohortenstudie ist eine Beobachtungsstudie, in der eine oder mehrere Gruppen von Menschen (Kohorten) über einen bestimmten Zeitraum untersucht werden, um den Zusammenhang zwischen einer Exposition – beispielsweise der Behandlung mit einem SGLT2-Hemmer – und klinischen Endpunkten (z. B. Hospitalisierung oder Mortalität bei chronischer Herzinsuffizienz) zu bewerten. Kohortenstudien können prospektiv durchgeführt werden, indem die Teilnehmenden ab Studienbeginn in die Zukunft begleitet werden, oder retrospektiv, indem bereits vorhandene Daten aus der Vergangenheit ausgewertet werden.

Rehospitalisierung:
Rehospitalisierung bezeichnet die erneute stationäre Aufnahme eines Patienten oder einer Patientin in eine Klinik nach einer vorangegangenen Entlassung. Sie wird häufig als klinischer Endpunkt verwendet, um den Krankheitsverlauf oder die Wirksamkeit einer Therapie zu bewerten, beispielsweise ob eine Behandlung mit einem SGLT2-Hemmer das Risiko einer erneuten Hospitalisierung aufgrund von Herzinsuffizienz verringert. 

Gesamtmortalität:
Gesamtmortalität bezeichnet im klinischen Kontext den Anteil der Patientinnen und Patienten, die während oder nach einer bestimmten Behandlung, einer Studie oder eines Krankenhausaufenthalts versterben – unabhängig von der konkreten Todesursache. Sie dient als wichtiger Endpunkt in klinischen Studien und zur Bewertung der Behandlungsqualität und Patientensicherheit in Krankenhäusern.

SGLT2-Hemmer:
SGLT2-Hemmer (Natrium-Glucose-Cotransporter-2-Hemmer) sind eine Wirkstoffklasse, die ursprünglich zur Behandlung des Typ-2-Diabetes entwickelt wurden und mittlerweile auch bei chronischer Herzinsuffizienz und chronischer Nierenkrankheit zugelassen ist. Sie hemmen die Rückresorption von Glukose in den Nieren, wodurch Glukose vermehrt über den Urin ausgeschieden wird.

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Referenzen
  • 1 McDonagh TA et al. Eur Heart J 2021; 42(36): 3599–3726.
  • 2 McDonagh TA et al. Eur Heart J 2023; 44(37): 3627–3639.
  • 3 Greene SJ et al. Heart Failure 2026 Congress, Barcelona, 9.–12. Mai 2026 (Präsentation).

PC-DE-120315

08/2026

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