Therapiegebiete & Indikationen
Lungenfibrose
Lungenfibrose früher erkennen – für eine bessere Prognose1,2
Um Ihre Patient:innen rechtzeitig zu versorgen, ist eine frühe Diagnose entscheidend.1,2 Leiten Sie daher bei Verdacht umgehend eine diagnostische Abklärung ein. Denn: Eine unbehandelte idiopathische Lungenfibrose (IPF) als Archetyp einer progredienten Lungenfibrose weist eine schlechtere Prognose auf als die meisten Tumorentitäten. Tatsächlich ist die 5-Jahres-Überlebensrate nur bei Pankreas- und Lungenkrebs geringer.3
Progrediente Lungenfibrose kann tödlicher sein als viele Krebsarten3
Modifiziert nach 3 Vancheri C et al., Eur Respir J. 2010;35(3):496–504.
Bei rheumatischen bzw. autoimmunbedingten Erkrankungen wie der rheumatoiden Arthritis (RA) oder der systemischen Sklerose (SSc) kann sich jederzeit eine Lungenfibrose entwickeln, die in einen progredienten Phänotyp übergeht.2 Diese stellt eine relevante Organmanifestation dar und erhöht die Morbidität und Mortalität der Betroffenen erheblich.4,5,6
- Etwa jede:r 10. Patient:in mit RA entwickelt eine klinisch relevante ILD.2 Damit ist die RA-ILD die häufigste Form der autoimmunbedingten interstitiellen Lungenerkrankungen.7 Das Sterberisiko der betroffenen Patient:innen ist um das 2- bis 10-fache erhöht.8 Tatsächlich gilt eine Lungenfibrose als zweithäufigste Todesursache bei RA-ILD.9
- Bei systemischer Sklerose gilt Lungenfibrose als die häufigste Todesursache. Ein Drittel aller SSc-Patient:innen verstirbt daran.10,11
Lungenfunktion: was weg ist, ist für immer weg
Unerkannt schreitet eine progrediente Lungenfibrose ungebremst voran.1,2 Dabei sind die krankheitsbedingten Veränderungen im Lungengewebe irreversibel und gehen mit einem zunehmenden Verlust der Lungenfunktion einher.12 Die Auswertung der FVC-Verläufe von > 2.500 ILD-Patient:innen zeigt, dass sich das Mortalitätsrisiko bereits bei einem FVC-Verlust von nur 5 % fast verdoppelt und dieses bei einem FVC-Verlust von 10 % sogar um das 3,2-fache erhöht ist.13
FVC-Verlust ist ein Prädiktor für ein erhöhtes Mortalitätsrisiko13
Referenz: 13 Maher TM et al., Respirology. 2023;10.1111/resp.14579.
Der Weg der Patient:innen bis zur ILD-Diagnose kann sehr lang sein
Daten zur IPF zeigen: Eine Verzögerung bei der Identifikation von Patient:innen mit Lungenfibrose erhöht das Risiko dieser Patient:innen, früh zu versterben.14 Umso dramatischer ist es, dass im Schnitt 2,2 Jahre bis zur ILD-Diagnose vergehen.15 Die Gründe dafür sind vielfältig: Patient:innen nehmen die frühen, unspezifischen Symptome
- länger anhaltender, trockener Husten,
- Belastungsdyspnoe und
- vermehrte Müdigkeit4,16
nicht bewusst wahr oder führen diese u. a. auf zurückliegende Infekte, das Älterwerden, eine zugrundeliegende autoimmunbedingte Grunderkrankung oder andere Komorbiditäten zurück.17,18,19 In der hausärztlichen Versorgung werden oftmals zunächst häufigere respiratorische Erkrankungen wie Asthma, COPD oder eine chronische Bronchitis in Betracht gezogen.19 Erfolgt eine Überweisung in die Pneumologie und von dort in die Radiologie, erschweren mitunter lange Wartezeiten auf einen Facharzttermin eine frühere Diagnose zusätzlich.
Je mehr Zeit verstreicht, desto weniger Optionen bleiben den Betroffenen.14
Eine lange Wartezeit bis zur Diagnose und Behandlung erhöht das Mortalitätsrisiko14
Überlebenswahrscheinlichkeit von IPF-Patient:innen ist abhängig von der Zeit der ersten Überweisung durch den Hausarzt bis zur ersten Untersuchung in einem LD-Zentrum
Modifiziert nach 14 Brereton CJ et al., ERJ Open Res 6:00120-2020
Bei Lungenfibrose keine Zeit verlieren – Auf Sie kommt es an!
Aufgrund des hohen Mortalitätsrisikos ist ein frühzeitiges Erkennen einer progredienten Lungenfibrose essentiell.1
Werden Patient:innen mit Verdacht auf Lungenfibrose zu Ihnen in die Pneumologie überwiesen, ist schnelles Handeln wichtig, damit ohne weiteren Zeitverzug die richtige Diagnose gestellt werden kann. Die aktuellen IPF- bzw. ILD-Diagnostikleitlinien definieren die diagnostischen Schritte und tragen mit ihren strukturierten und praxisnahen Handlungsempfehlungen zu einer frühzeitigen Diagnose und bestmöglichen Versorgung betroffener Patient:innen bei.1,20
Empfehlungen der aktuellen S1-und S2K-Leitlinien1,2,20
Referenzen: 1 Kreuter M et al., Pneumologie 2023;77(05):269–302. | 2 Behr J et al., Pneumologie 2023;77(02):94-119. | 20 Behr J et al., Pneumologie 2020;74(05):263-293.
Eine gute Vernetzung ist der Schlüssel zum Erfolg
Eine gute Vernetzung mit Ihren Kolleg:innen aus anderen Fachdisziplinen (Radiologie, Rheumatologie, Pathologie) kann helfen, fachspezifische Wartezeiten zu verringern. Zudem ist sie die Basis für eine multidisziplinäre Diskussion (MDD), die in aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien gefordert wird.1,21
Wie gut sind Sie vernetzt?
ILDs und Lungenfibrose: Informationen für Patient:innen & Angehörige
Interstitielle Lungenerkrankungen, kurz ILDs, ist ein Begriff, der viele unterschiedliche Lungenerkrankungen abdeckt, die durch eine Vernarbung des Lungengewebes hervorgerufen werden. Die idiopathische Lungenfibrose (IPF) z. B. ist eine Form der ILD mit unbekannter Ursache, die sich u. a. in den Symptomen Atemnot unter Belastung und trockener Husten äußert. Auch einige entzündlich-rheumatische Erkrankungen (z. B. rheumatoide Arthritis oder systemische Sklerose) können mit einer fibrosierenden Beteiligung der Lunge einhergehen, die über die Zeit zunehmen und in einzelnen Fällen lebensbedrohlich verlaufen kann.
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Fußnoten
- * gemessen am FVC-Verlust
Referenzen
- 1 Kreuter M et al., Pneumologie 2023;77(05):269–302.
- 2 Behr J et al., Pneumologie 2023;77(02):94-119.
- 3 Vancheri C et al., Eur Respir J. 2010;35(3):496–504.
- 4 Cottin V et al. Eur Respir Rev 2018;27:180076.
- 5 Jeganathan N, Sathananthan M. Lung 2020;198:735–59.
- 6 Wells AU, Denton C. Nat Rev Rheumatol 2014;10:728–39.
- 7 Wijsenbeek M. et. al, Curr Med Res opin 2019; 35:1727.
- 8 Hyldgaard C et al., Ann Rheum Dis. 2017;76(10):1700–6.
- 9 Ewig S, Bollow M. Z Rheumatol. 2021;80(1):S13–S32.
- 10 Steen VD & Medsger TA Ann Rheum Dis. 2007;66:940–4.
- 11 Walker UA et al. Ann Rheum Dis 2007; 66(6): 754–63.
- 12 Richeldi L et al., Lancet. 2017;389(10082):1941-1952.
- 13 Maher TM et al., Respirology. 2023;10.1111/resp.14579.
- 14 Brereton CJ et al., ERJ Open res 6:00120-2020.
- 15 Lamas DJ et al., Am J Respir Crit Care Med. 2011;184:842–7
- 16 Raghu G et al., Am J Respir Crit Care Med. 2018;198:e44–e68.
- 17 Kim DS et al., Proc Am Thorac Soc. 2006;3:285–92.
- 18 Cosgrove GP et al., BMC Pulm Med. 2018; 18:9.
- 19 Hoyer N et al., Respir Res. 2019;20:103
- 20 Behr J et al., Pneumologie 2020;74(05):263-93.
- 21 Raghu G et al., Am J Respir Crit Care Med. 2022;205(9):e18–e47.
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